Glaubt man den Online-Wahlprognosen, dann haben Pascal Mennen (Grüne) und Andrea Schröder-Ehlers (SPD) im Wahlkreis Lüneburg die besten Chancen das Direktmandat bei der Landtagswahl am 9. Oktober zu gewinnen. Beide sind zudem über Listenplätze gut abgesichert. Aber auch ein Blick auf die Verfolgerinnen und CDU und FDP, Anna Bauseneick und Ann-Lena Narewski ist angezeigt. Blog.jj hat aussichtsreichen Kandidaten Fragen zugeschickt. Hier kommen die Antworten. Ein kleine Orientierung fürs Wahlvolk. Hier kommen die Fragen und Antworten.
Stint-Legende Manni Vogt, der Vater der „Stint-StreetArt“ hätte Ideen, wie das Bridgen auf der Stintmarktbrücke problemloser abläuft. Die erzählt er als Special Guest im neuen „UNGESCHNITTEN“-Video von Ben und jj. (Foto: jj)
Die Ferien sind over, am Wochenende könnte auf der Stintmarkt-Brücke wieder Party-Time angezeigt sein. Mit Kolumnist Ben Boles habe ich launig über die Stint-Probleme diskutiert, Stint-Legende und Ex-Schallander-Wirt Manni Vogt erzählt uns, wie alles angefangen hat und was er heute vorschlägt, damit das Bridgen ein Vergnügen wird.
All das und noch einen Schuss Arena-Kultur gibt es im neuen Video „UNGESCHNITTEN“. Bei der Frage, ob Parteien in der Arena Parteitage oder Feiern abhalten können, sollte der Landkreis als Bauherr und Betreiber noch einmal nachjustieren.
Die Elbbrücke Dömitz, ähnlich könnte die Brücke in Neu Darchau aussehen – zumindest in der Planung. (Foto: jj)
Die Ausläufer des Klimawandels greifen an der Elbe in die Argumentationskette der Brücken-Freunde ein. Der Strom fällt oft trocken, die Fähre Darchau aus. Mit Brücke vor Ort wäre das nicht passiert. Nach Eisgang im Winter, jetzt also die verschärften Trockenperioden im Sommer. Braucht es noch mehr Argumente? Oder ist das Sommertheater vor der Landtagswahl im Herbst? In jedem Fall auch.
Wer fährt nach der Landtagswahl aus Lüneburg nach Hannover in den Landtag? (Foto: jj)
„Weiter so wie bisher, ist nicht meine Sache“, sagt Grant Hendrik Tonne in der LZ. Wenn Niedersachsens Kultusminister, der fast fünf Jahre im Amt ist, so redet: Was hat der Tonne die letzten fünf Jahre getrieben? Quittiert er gerade mit diesem Satz sein politische Laufbahn? Natürlich nicht, wir haben Landtags-Wahlkampf, die Zeit der Ideenschmiede bricht an. Und ich habe das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen. Damit stehen Journalisten bei Politikern im Wahlkampf eh unter Generalverdacht. Immer verstehen wir sie falsch.
Serviert wird, was bestellt wurde, eine Klimakrise, von Menschen angerichtet. Vonwegen Panikmache. Was wir in diesen Tagen in Europa erleben, Feuersbrunst und Hitzerekorde, ist nur der Generalbass, der uns bei all unseren Bemühungen, doch noch zur Vernunft zu kommen, begleiten wird. Und dieser Bass wird lauter.
Fiete hat auf eigenes Risiko schon mal mit der Erschließung in seinem Sandkasten am geplanten Baugebiet am Wienebütteler Weg begonnen. Am 13. Juli war die Erschließung Thema im Rat. 370 Wohneinheiten sollen entstehen.
Lüneburg, 13. Juli 2022
Wenn Politiker ins Risiko gehen, also Roulette mit Steuergeld spielen, stimmen sie ab, auch wenn eben noch nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen. Mit dieser Gangart hat Lüneburg zuletzt mit der Arena nicht die besten Erfahrungen gemacht. Der Event-Bau wurde dann doch um viele Millionen Euro teurer. Beim geplanten Baugebiet Wienebütteler Weg gehen jetzt namentlich CDU, SPD und FDP im Rat ins Risiko: Es soll mit der Erschließung begonnen werden. Die Wohnungsnot sei zu groß. Das Risiko ist ein Normenkontrollverfahren zum B-Plan. Wenn’s richtig schief läuft, das Verfahren nämlich richtig Erfolg hat, werden einige Millionen in den Sand gesetzt.
Windkraft und Solar, die Energielieferanten der Stunde. (Fotos: jj)
Lüneburg, 8. Juli
Früher, also ganz früher in der alten Republik, waren wir 60 Millionen Bundestrainer. Und jeder, wirklich jeder hat am Stammtisch die bessere Nationalmannschaft auflaufen lassen.
Vor kurzem waren wir noch 80 Millionen Virologen und Corona-Experten, und jeder hätte die Covid-Krise besser gemeistert als diese Bundesregierung, wirklich jeder. Jetzt ist’s langweilig geworden.
Jetzt sind wir alles Volkswirte, die sich auf Inflation, Rezession und Stagflation verstehen und Panik schieben. Aber:
Sie sollen die Arena zum Erfolgsmodell machen: Campus-Management-Geschäftsführer Klaus Hoppe, Arena-Geschäftsführerin und Kreisrätin Sigrid Vossers und Landrat Jens Böther (r.). Foto: jj
Sie haben sich schon gefragt: Warum bloggt der jj gar nichts mehr zur Arena? Ist er krank, haben sie ihn umgekrempelt, ist er ein Umfaller? Nein. Die Arena steht. Und Befürworter wie Kritiker gleichermaßen täten gut daran, Klaus Hoppe vom Campus Management die Daumen zu drücken, dass er die Hütte voll kriegt. Sonst erdrückt die Last der Betriebskosten womöglich den Landkreises Lüneburg als Bauherrn und Betreiber, der schon durch die aktuelle Großwetterlage tief in die roten Zahlen rutscht. Der Weg zur Arena allerdings, dabei bleibt es, hat das Zeug für eine Doktorarbeit über Küchen-Kabinette oder die perfekte Pannen-Planung (kurz PPP).
Grundsatzentscheidungen werden gefällt, keine Lex Lüneburg
Also, ich habe nur abgewartet, ob es doch noch etwas Neues zum sogenannten Vorsteuerabzug gibt, mit dem der Kreis die Baukosten (um die 30 Millionen) noch mal, je nach Lesart, kräftig oder ein bisschen drücken könnte. Ich habe recherchiert. Ergebnis: Bis es was Neues gibt, kann es dauern.
Nicht das Lüneburger Finanzamt nämlich hebt oder senkt den Daumen in Sachen Vorsteuerabzug, nicht das Finanzministerium in Hannover ist am Zug. Nein, alle schauen auf den Bundesfinanzhof, der Grundsatzentscheidungen trifft, zum Beispiel zum Vorsteuerabzug bei Kommunen oder Gebietskörperschaften wie dem Landkreis, wenn sie zum Unternehmer werden. Und Grundsatzentscheidungen dauern bekanntlich und grundsätzlich lange. Da gibt es keine Lex Lüneburg.
Ein Zweit-Halle für die Trainingseinheiten der Volleyballer
Dafür tritt ein anderes Detail ins Rampenlicht, dass man eigentlich aus der Mode kennt: Bei der Arena scheint es nicht anders wie beim Kauf eines neuen Kleides. Da fehlen plötzlich noch die passenden Schuhe und der Schlapphut. Bei der Arena fehlt noch die passende „Zweit-Halle“ fürs Training. Schließlich kann die SVG (lang Spielgemeinschaft Volleyball Gellersen Lüneburg) nicht für jede Übungsstunde in die Arena buchen. Zurzeit ist die SVG fürs Training eher zum Hallen-Vagabunden geworden.
So eine neue Halle könnte für ein paar Milliönchen (kommt mir bekannt vor) in der Samtgemeinde Gellersen entstehen, natürlich für alle Sportvereine der Samtgemeinde plus Volleyballer, die in jedem Fall für eine kräftige Belegung sorgen würden. Die Gellersen-Halle, Geburtsort der Bundesliga-SVG-Erfolgsstory, fällt wegen der dringenden Sanierung über Monate weg. Zudem werden die Hallenkapazitäten in der Samtgemeinde knapper durch mehr Ganztagsschulen. Da sehen die Vereine „Handlungsbedarf“.
In der LZ war unlängst zu lesen, dass schon lange eine Expertise vorliegt für eine wettkampfgerechte Dreifeld-Sporthalle. Der Vorstoß wurde letztlich durch die Arena hinfällig. Aber jetzt legen die Vereine nach.
Doch für so eine Investition müssten einige Millionen an Kredit aufgenommen werden, Skeptiker rechnen am Ende schon mit bis zu zehn Millionen Euro Baukosten und erheblichen jährlichen Belastungen des Samtgemeinde-Etats, die die „Beinfreiheit“ des Rats massiv einschränken könnten. Und sie fragen sich, ob angesichts des komplett veränderten Freizeit-Verhaltens der Jugend eine zusätzliche Halle nötig ist oder ob sozusagen im Windschatten der Diskussion die Volleyballer, bei Statista auf Platz 23 der beliebtesten Sportarten in Deutschland hinter American Football, sich doch eher eine 1a-Trainingshalle zulegen.
LZ-Redakteur Dennis Thomas kommentierte die Hallen-Wünsche so: „Für den politischen Etikettenschwindel einer vollwertigen Volleyball-Arena in Lüneburg müssen nun die Gellerser den Preis bezahlen.“
Ben Boles und Hans-Herbert Jenckel gehen in den Clinch.
Nörgeln nervt, Nörgeln kann notorisch werden, aber auch Veränderung anstoßen. Im neuen Vido-Format „Ungeschnitten – Lüneburger Streitkultur“ treiben Ben Boles und ich, Hans-Herbert Jenckel, Ursachenforschung. Bei der Spurensuche kommen wir natürlich nicht am Paradebeispiel Stadtfest vorbei, bei dem Nörgeln ob über Bierpreise, Standgebühren und Programm dazugehört wie die Bratwurst von Benno Fabricius.
Die Bäckerstraße vor 1968 als Durchgangsstraße mit Parkplätzen direkt vor den Geschäften und schmalen Gehwegen. Der Weg zur Fußgängerzone war natürlich von Protest begleitet. (Foto: Hajo Boldt)
Lüneburg, 8. Juni 2022
Wie war das eigentlich damals, als 1968 die Parkplätze an der Bäckerstraße wegfielen, an einer der Verkehrsschlagadern Lüneburgs? Oder an der Grapengießerstraße oder auf dem Marktplatz? Es wurde natürlich protestiert, es wurden Unterschriften dagegen gesammelt. Die Politiker hielten Stand. Auf den gefühlten Weltuntergang, weil man nicht mehr vorm Geschäft parken konnte, folgte, potztausend, eine Blüte. Andere Zeiten. Klar. Oder gab damals doch mehr Politiker mit Rückgrat? Sieht so aus.