Das U verdient bei der Lüneburger CDU mehr Beachtung 

Lüneburg, 2. April

Wollen die Lüneburger Christdemokraten tatsächlich in diesem Unzustand in den Bundes- und Landtagswahlkampf ziehen? Das wäre eine gute Nachricht für die Konkurrenz aus den anderen Parteien. Deren Kandidaten müssten sich nicht sonderlich mühen, weil die CDU um sich selber kreist und Wunden leckt.

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Die Leuphana und Marschall Potjomkin

Lüneburg, 12. März

Die Leuphana-Uhr tickt schneller. Sie treibt nicht das Faktische, sondern das Fantastische. Und die Leuphana versteht es, mit Symbolik, Metaphern und Mythen virtuos an der Lüneburger Uni-Geschichte zu schreiben.

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Lüneburgs Radfahrer, Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse

Lüneburg, 1. März 2017

Ja, ich bin leidenschaftlicher Radfahrer, das ist für mich Lebensgefühl.

Aber ich klage an, ich klage an, dass die Radfahrer in Lüneburg behandelt werden wie Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse – immer noch, bei allen guten Vorsätzen. Und nicht nur im Winter, wenn es schneit.

Es gibt als Beweis in Lüneburg genügend  Radwege, die dem Radfahrer signalisieren,  ob du auf diesem Radweg deine Bandscheiben ruinierst oder Gefahr läufst, einen Baum zu touchieren, ist uns Stadtpolitikern eigentlich piepegal.

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Bilder Beton-Poller für Weihnachtsmärkte

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Die grauen Poller gehören zu Lüneburg.

foto:Michael Behns Betonpoller sollen die Weihnachtsmärkte vor Anschlägen schützen

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CDU-Pols is back

Lüneburg, 18. Februar 2017

Der Lüneburger Christdemokrat Eckhard Pols mag manchmal unberechenbar sein, launisch und auch ruppig. Dafür ist er vor zwei Jahren abgestraft worden, als Fraktionschef im Rat und als Kreisvorsitzender aus dem Amt gedrängt worden.  Weiterlesen

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Universitätsallee – Nicht der Straßenname mehrt den Ruf einer Uni

Lüneburg, 14. Februar

Mit dem Namen ist das so eine Sache, man wird ihn nicht mehr los. Das führt durchaus zu großem Unglück, wusste schon Victor Hugo. Amerika heißt nicht nach seinem Entdecker Columbus, aber die Guillotine ist auf ewig mit dem Arzt Guillotin verbunden und mit dem Blutrausch der Französischen Revolution. Einfacher ist es da schon mit Straßennamen – die kann man austauschen – mit und ohne triftigen Grund. Das möchte jetzt die Leuphana. Keine Sorge, es soll keine Leuphana-Straße geben, aber eine Universitätsallee. Warum? Weiterlesen

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Lüneburgs Rat will die LZ an die Kandare nehmen

Lüneburg, 5. Februar

Nicht nur in Amerika tut sich für die Presse Beunruhigendes, nein, auch im Rat der kleinen Hansestadt Lüneburg. Mal droht er aus Protest zur Kinderkirmes zu mutieren, nämlich wenn die AfD das Wort ergreift. Und dann wieder moniert er, die Zeitung  stelle „unangebrachte“ Fragen an Ratsmitglieder. Weiterlesen

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Drama, Baby, Drama!

 

Lüneburg, 25. Januar

Disruption ist der Liebling der Businesspeople, das Wort turnt sie zurzeit an. Was ist gemeint? Wenn ein neues Produkt, eine Idee so umwerfend ist, dass es alles in den Schatten stellt, dann ist die hohe Zeit für Disruption, kurz Zerschlagung.

Der Master of Disruption im politischen Metier in Deutschland ist Sigmar Gabriel. Schon immer. Eine neue Idee und schon springt Gabriel auf. Das ist sein Naturell, das meint er gar nicht böse. Er ist wie Luther, er kann nicht anders.

Schon als Ministerpräsident in Niedersachsen hat er seine Staatskanzlei in eine Dauerbaustelle verwandelt. Wenn Gabriel eine gute Idee hört, dann veredelt er sie sogleich im nächsten Gespräch. Da ist er Meister. Seine Synapsen sind superkurz.

So hat Gabriel es auch mit seinen Umfragewerten versucht, immer schnell nachjustieren, neue Testballons steigen lassen. Doch weil die nicht abhoben, hat er am Ende kurzerhand den gesamten K-Frage-Fahrplan der SPD, den er über Wochen gebetsmühlenartig verteidigt hat, selber über den Haufen geworfen.

Er hat seine SPD nicht vorbereitet, er hat sie kalt erwischt, er hat einfach mal Interview rausgehauen und es auf alle Titelseiten geschafft. Aus dem Nichts. Das ist Gabriel live.

Was haben sich Medien verkalkuliert, ja entschuldigt, dass es mit dem sicheren Recherche-Ergebnis: Gabriel wird Kanzlerkandidat, doch nicht geklappt hat.

Drama, Baby, Drama würde jetzt Bruce Darnell dem Topmodel Gabriel zurufen. Muss er aber gar nicht, der kann’s so, ein Naturtalent.

Hans-Herbert Jenckel

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Rats-Revolte in Lüneburg erstmal abgeblasen

18. Januar 2017

Die christdemokratisch-grün-links-liberale Allianz im Rat zur Bändigung des Oberbürgermeisters von Lüneburg steckt in der Etappe fest. Ihre Novelle zur Geschäftsordnung, mit der der Redefluss des Stadtoberhauptes eingedämmt und er auf das Gardemaß eines höheren Beamten gestutzt werden soll, will und will nicht gelingen. Und die neue Entschädigungssatzung für den Rat, die zweite Duftmarke des Bündnisses, hat sich schon zum lauen Lüftchen vernebelt.

Dabei roch es noch in der ersten Sitzung des neuen Rates ein bisschen nach Pulverdampf, nach Sturm auf die Bastille. Nicht zuletzt, weil es um den König ging: Nach 25 Jahren als Oberbürgermeister rufen viele Ulrich Mädge mal wohlwollend und anerkennend, mal frotzlig und kritisch „König Uli“. Und schließlich ging es bei der abgeblasenen Rats-Revolte auch darum, in die Machtsphäre des Königs einzubrechen.

Die Jakobiner im Revolutions-Frankreich wollten ja zuerst auch nur die konstitutionelle Monarchie durch eine Republik ersetzen. Ein paar Namen und Titel ausgetauscht, kommt einem das vertraut vor. Wie schrieb es der Linken-Chef Michèl Pauly nach der Auftaktsitzung so schön auf seiner Facebook-Seite: „Wenn es einer Begründung bedurft hätte, das Rederecht des Oberbürgermeisters zu regeln“, habe Mädge sie schon in der ersten Sitzung selbst geliefert. Getan hat sich nichts. Robespierres Geist rumpelt in der Kiste, und da wird er auch bleiben.

Nun scheint die Gefahr groß, dass die Jamaika-Gruppe, als Tiger gesprungen, als Bettvorleger landet. Und es locken neue Reize: Der Sprecher der Jamaika-Gruppe, Niels Webersinn, träumt aktuell wohl mehr vom Landtag in Hannover als vom Rat in Lüneburg. Und an der linken Flanke spurtet Michel Pauly Richtung Bundestag/Berlin.

Die nüchterne Bilanz nach einem Quartal neuer Rat: Mädges Duftmarken wabern weiter durchs Rathaus. Das hätten die Rats-Reformatoren schon wissen können, als sie ihre Gruß- adressen zu Mädges 65. Geburtstag im Juni 2016 sandten. Damals hörte sich das nämlich so an – Auszüge:

Michèl Pauly (Linke): Vermutlich der fleißigste Oberbürgermeister, den unsere Stadt je hatte.

 Niels Webersinn (CDU): Mit Respekt stelle ich fest, dass Herr Mädge nie die Flinte ins Korn wirft, dass er stets fintenreich versucht, neue Wege zu gehen, …dass seine Schlagfertigkeit oft für gute Stimmung sorgt und die politische Fortune ihn stets begleitet hat.

Andreas Meihsies (Ex-Grüner): Seit Jahren ein zentraler Ideengeber und ein zupackender Stadtgestalter.

Birte Schellmann (FDP): Wer seit über 150 Jahren der am längsten amtierende OB in Lüneburg ist, verfügt offensichtlich über ungewöhnliche Fähigkeiten, auch oder gerade weil er vielfach in monarchischer Manier über Partei, Gesamtrat und Verwaltung herrscht… Lüneburg ist ihm zu Dank verpflichtet.

Hans-Herbert Jenckel

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Politiker mit Haltung stehen auf der Roten Liste

Politiker, die Haltung zeigen, stehen auf der Roten Liste. Denn es sind nicht die gemeint, die glauben, da ist was passiert, ich muss reden. Die Sorte wird gerade im Online-Eskapismus zerrieben.

Vor zwei Wochen habe ich nach dem Anschlag von Berlin unter der Blog-Überschrift „Phrasendrescher im Schlepptau des Terrors“ über hyperaktive Politiker räsoniert, die reflexartig ihren Aktionismus ausleben und mehr Schutz für alles und jeden fordern.

Dann kommt die Silvesternacht mit dem Großaufgebot der Polizei in Köln und dem Tweet über „Nafris“, was polizeiintern für nordafrikanische Intensivtäter steht. Schon rügt die Grünen-Chefin Peter die Polizei und erntet unerwartet einen Shitstorm. Darauf erklärt sie im Spiegel, was sie vorher besser hätte tun sollen: „Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, ich würde die Polizei stigmatisieren und ihr pauschal Rassismus vorwerfen, bedaure ich das. Das war nie meine Absicht. Es tut mir leid, dass meine Äußerungen durch Verkürzung in eine Schieflage geraten sind. Ich hätte abwarten sollen, bis weitere Informationen vorliegen. Das muss ich mir eingestehen.“

Leider gilt dieser Makel heute auch für die Kommentar-Kultur, für die Welterklärer und die Terror-Experten (Wen beraten die eigentlich, wenn sie nicht im Fernsehen dampfplaudern?).

Von der Spezies erwartet ein jeder, ohne dass ausreichend Fakten vorliegen, dass sie uns aus dem Stand erklärt, warum Tragödien nicht hätten anders kommen können. Es werden Hintergründe und Abgründe aufgetan. Und mit genauso fester Stimme und Schreibe erklären die gleichen Kommentatoren später, jetzt im Besitz der Wahrheit, von der zwingenden Logik, warum es natürlich hätte doch ganz anders kommen können, frei nach dem Motto: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Die Tragik ist die Vermutung, dass es heute tatsächlich ums Schwatzen geht, nicht um Gehalt, ums Füllen von Sendeminuten, und wenn schon um Haltung, dann bitte um eine biegsame.

Lüneburg, 6. Januar Hans-Herbert Jenckel

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