Wird bei der Arena Steuergeld zweckentfremdet?

Die Arena und die Frage des Vorsteuerabzuges in Millionenhöhe, das ist ein großes Thema beim Bau der Eventhalle durch den Landkreis Lüneburg.

Das nenne ich über Bande spielen. Nicht in, sondern mit der Arena Lüneburger Land. Die Event-Halle und namentlich die langfristige Finanzierung des Betriebes waren offenbar auch Verhandlungsmasse beim sogenannten Lüneburg-Vertrag, der die Aufgaben und Finanzen zwischen Stadt und Landkreis neu regelt. LZ-Chefredakteur Marc Rath berichtet darüber. Andere sagen auch Druckmittel, ich würde sagen: Politik pur. Der Grünen-Sprecher Ulf Reinhardt, bekannter Kritiker der Arena-Planung, bloggt dazu und spricht von Zweckentfremdung von Steuergeld.

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Mitten in einen Sci-Fi-Blockbuster gerutscht – Ende offen

Lüneburg, 29. Oktober

Wir müssen gar nicht mehr ins Kino gehen, um einen Science-Fiction-Blockbuster zu sehen, wir stecken mittendrin, wir spielen mit. Die Bösen, die Anständigen, die Ängstlichen, die Draufgänger, die Verschwörer. Nur dass es keine Aliens sind, die uns bedrohen, keine schleimigen Kreaturen, sondern unsichtbare Quälgeister. Anders als im Film, ist das Ende dieses Reality-Blockbusters offen.

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Oberbürgermeisterwahl: Keine Feier ohne Meyer

Heiko Meyer ist schon jetzt allgegenwärtig, ob beim Bäumepflanzen, bei der Verkehrswende am ZOB, bei der Eröffnung des Projektes Zukunftsstadt oder beim Posing vor Theater oder Salzmuseum. Fotos: privat

Lüneburg, 7. Oktober 2020

Es ist die Zeit und der Platz für große und kleine politische Karrieren in Lüneburg. Ob für Bundestag oder Landtag, als Oberbürgermeister oder Abgeordneter in Rat und Kreistag. Hallo! Es sind oder werden viele Plätze vakant.

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Als der Castor rollte und das Wendland auf Jahre zum Widerstands-Hotspot wurde

Erst näherte sich am Morgenhimmel dieses gewaltige Teppichklopfer-Geräusch, dann tauchten die Hubschrauber mit ihren gleißenden Scheinwerfern am Horizont auf, direkt über dem Zug. Mit dieser Mischung aus Science-Fiction und Apokalypse Now begann im Wendland am 24. April 1995 der erste Castor-Transport nach Gorleben. Mir wurde mulmig. 

Es war der Beginn des größten Polizeieinsatzes der Nachkriegsgeschichte und des zähen Widerstandes im Wendland, von Polizeikesseln, Schlagstöcken, Wasserwerfen, Katze- und Mausspiel, untertunnelten Straßen, Treckerblockaden und gewaltigen Demonstrationen auch im nahen Lüneburg.

Ich stand am Gleis vor dem Atommüll-Verladebahnhof, schaute zum Bahnhof Dannenberg-Ost. Erst näherte sich am Morgenhimmel dieses gewaltige Teppichklopfer-Geräusch, dann tauchten die Hubschrauber mit ihren gleißenden Scheinwerfern am Horizont auf, direkt über dem Zug. Mit dieser Mischung aus Science-Fiction und Apokalypse Now begann im Wendland am 24. April 1995 der erste Castor-Transport nach Gorleben.

Der Zug rollte in den hoch umzäunten Verladebahnhof. Stunden stand er dort. Und was man heute kaum glauben mag, ich habe die Lamellen des Castors angefasst, um mich zu vergewissern, dass er heiß war. Heute weiß ich, dass war naiv bis dämlich. Zu dem Zeitpunkt war das Verhältnis zur Polizei noch entspannt. Da war auch nicht ganz klar, was kommt. Der Lkw, mit dem der Castor nach Gorleben gezogen wurde, war mit Seife eingecremt, damit ihn niemand stürmen kann.

Es war die Overtüre zu einem langen Tag. Auf der Wiese vor der Esso-Tankstelle in Dannenberg liefen die Fäden des Widerstands zusammen. Da stand ein Bulli, darin saßen meistens Wolfgang Ehmke und Rebecca Harms, zwei Köpfe des Atom-Widerstands im Wendland. Ich weiß gar nicht, ob die in der Nacht überhaupt geschlafen hatten.

Unweit der Esso-Wiese suchte ich bei einem der vielen Geteckel zwischen Polizei und Demonstranten Schutz hinter einem Polizei-Fahrzeugneben mir die grüne Europa-Abgeordnete Undine von Blottnitz. Steine flogen. Dann öffnete die Dame ihre Handtasche, holte einen Eispickel raus. Ich kniete unversehens Schulter an Schulter neben dem Widerstand. Die Luft war raus.

Polizei-Kessel, Räumen von Blockaden, Kundgebungen, Waldspaziergänge, Gottesdienst, Trecker-Blockaden, Gummiknüppel und über allem im Dauereinsatz diese Hubschrauber, die fliegenden Augen der Polizei. Das Geräusch war die Begleitmusik. Die Straßen zwischen Dannenberg und Gorleben waren weiß-grün gesäumt. Vor dem Zwischenlager waren Pferdestaffeln postiert. Und wenn es „Schlagstock frei“ hieß, und ich mich im Rückwärtsgang in Sicherheit brachte, dachte ich nur: “Jetzt nicht stolpern.“ Die Szenen verfolgten mich bis in die Träume.

Die Wasserwerfer, die später eingesetzt wurden, waren natürlich effektiver: „BePo marschiert, Wasserwerfer, Marsch.“ Mich hat beim Transport 1996 ein Strahl getroffen auf einem Acker unweit  von Splietau. Es war ein Schlag, ich lag auf dem Acker und dachte mir, das ist wie Krieg. Die Umfriedung des nahen Friedhofes an der Straße war nach dem Castor-Durchzug und den Jagd-Szenen nicht mehr zu erkennen. Und als schon alles vorbei war, landete ein Hubschrauber mit Spezialeinheiten auf dem Acker, um die Reifen der Trecker des bäuerlichen Widerstandes platt zu machen.

Ich trug Stunden das schwere Foto-Equipment von Andreas Tamme die Transport-Straße lang. Und unvergessen ist mir ein Polizist, der allein auf einem Acker stand und von Castor-Gegnern attackiert wurde. In seiner gepanzerten Ausrüstung und mit Helm sah er aus wie ein Trooper aus Star Wars. Und so unwirklich waren diese ganzen Scharmützel, die sich unweit von Lüneburger abspielten, in einem Landstrich, in dem sich breite Schichten der Bevölkerung mit dem Widertand solidarisierten, der im Kern friedlich und unglaublich hartnäckig war. 

Der Castor hat sein Ziel viele Stunden später erreicht, aber klar war an diesem späten Nachmittag um 17.12 Uhr, als sich die Eingangstore des Zwischenlager hinter dem Lkw schlossen: einfach wird es nie.

Gorleben ist nicht mehr auf der Shortlist möglicher Atommüll-Endlager – das ist eine späte Genugtuung für die Castor-Gegner im Wendland.

Hans-Herbert Jenckel

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Das könnte ein heißer Herbst für die Verkehrswende in Lüneburg werden, der Anfang ist gemacht

Dieses Piktogramm sorgt für Unruhe.

Lüneburg, 18. September

Das Ende ist nah. Auf dem Marienplatz im Herzen der Stadt fallen vier Parkplätze für Autos weg, weil dort Platz für Lastenräder geschaffen wird. Die vier Parkplätze weniger verursachen in Kommentarspalten auf Facebook schon ein bisserl Untergangsstimmung, weil nur der Autofahrer, der Mitten in Lüneburg parken kann, die Händler in der Innenstadt vor Amazon rettet. Weiterlesen

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Wie viel Libeskind-Audimax steckt in der Arena?

Arena- und Libeskind-Bau, wo liegen Parallelen?

Lüneburg, 4. September 2020

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Klappt das, rollt in Lüneburg auch der Zaster. Weiterlesen

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Lüneburgs ratloser Rat im Streit aufgerieben – Zeit für eine neue Kraft

Die Kameras laufen, der Lüneburger Rat streitet über einen Dringlichkeitsantrag der Grünen zum Grundwasser. Foto: jj

Lüneburg, 28. August 2020

Der Lüneburger Rat hat den Kompass verloren. Wenn Haarspalterei, Rechthaberei, das Umsichschlagen mit Paragraphen und Unterstellungen, und das mit einer befremdlichen Beharrlichkeit und Verbissenheit, zum Selbstzweck werden, dann ist es Zeit für eine neue Kraft, für ein Korrektiv. Weiterlesen

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Beim Grundwasser hört der Spaß auf

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Die BI „Unser Wasser“ wird es freuen, sie hat immer wieder zu Protest gegen die Brunnen-Pläne aufgerufen. Foto: BI Unser Wasser

Lüneburg, 20. August 2020

Nach drei Dürre-Sommern hätte Coca Cola besser das Bohren nach neuen Grundwasserquellen tief unterm Landkreis Lüneburger für ihr Vio-Getränk ausgesetzt. Jetzt hat der Weltkonzern den Schlamassel. Die Lüneburger laufen Sturm, Zehntausende haben eine Petition unterschrieben gegen den Brunnen, die Volksseele kocht, Bürgermeister verfassen offene Briefe, und die Behörden haben ihre liebe Not, zu erklären, warum das alles nach Recht und Gesetz zugeht. Der Protest gegen Lüneburgs berühmtestes Bohrloch bei Brockwinkel ist leicht nachvollziehbar, von Gefühlswallungen geprägt, aber doch zu kurz gesprungen. Weiterlesen

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Lüneburgs Rabattschlacht „Final Sale“ hat dieses Jahr eine bedrohliche Note – Corona ist nur der Brandbeschleuniger

Die Filialisten überschlagen sich mit Rabatten. Foto: jj

Lüneburg, 13. August 2020

50 Prozent Rabatt, 70 Prozent Rabatt, ein Rabatt auf den Rabatt. Der Lockruf „Final Sale“ bekommt dieses Jahr eine bedrohliche Note in Lüneburg. Die Höhe der Rabatte wird zum Fieberthermometer der Krise. Und ehrlich gesagt, frage ich mich bei dem Preissturz: Was waren das vorher für vermessene Handelsspannen oder ist das pure Untergangsstimmung? Weiterlesen

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Arena-Debakel: Günter Dubbers Verwandlung vom Chefaufklärer zum Chefverteidiger

Ulf Reinhardt, Sprecher der Lüneburger Grünen. Foto: jj

Lüneburgs Grünen—Sprecher Ulf Reinhardt zählt Günter Dubber in seinem Blog-Beitrag an. Der  CDU-Fraktionschef im Kreistag hat in einem Interview mit LZ-Chefredakteur Marc Rath, kurz gesagt, die Schuld für das Arena-Desaster nur in der Vergangenheit verortet und bei der alten Landkreis-Spitze und Landrat Jens Böther in Schutz genommen. Schadensbegrenzung bei Fortführung einer verhunzten Sache laute Dubbers Botschaft. Weiterlesen

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